Ab und an werden wir beim Verticken gefragt, warum wir Straße sind und warum wir es bleiben.

The music business is a cruel and shallow money trench, a long plastic hallway where thieves and pimps run free, and good men die like dogs. There is also a negative side.

Hunter S. Thompson

 

Hierzu ein paar Worte:

  1. Zun√§chst einmal und bedingungslos:¬†¬†Maximale Unabh√§ngigkeit. Hip Hop ist Stra√üenkultur, ist Asphalt und Treppenhaus,¬†ist Hinterhof und Bahnhofsviertel, ist Szene und Kiez. Dort findet man uns. Frei, unzensiert, wild, gut drauf. So wie es uns passt. Wir haben schon in gro√üen Studios gesessen, wir kennen das Buiz hinter den Kulissen. Und egal wie gut du bist, wie viel Kohle du reinholst, f√ľr die Firmen bist du die¬†Nutte und sie sind der Pimp. Nat√ľrlich gibt es auch die Bestseller Nutten, die Edelnutten, die werden auch sch√∂n gemacht, werden zum Friseur¬†geschickt, bekommen Edelschnickschnack und Sternehotel, werden bei Laune gehalten¬†und suchen sich ihre Freier bis zu einem gewissen Grad selbst aus, aber sie bleiben Nutten und¬†gehen¬†flei√üig raus auf den Boardwalk und wackeln mit dem Hintern. Und wenn die Firma sagt, wackel mal noch ein bisschen mehr, sei mal¬†zu dem und dem besonders¬†nett,¬†dann wird sie es tun m√ľssen. Und wenn die¬†Firma sagt,¬†sie soll den Mund zu diesem und jenem Thema halten, dann wird¬†sie auch das tun m√ľssen.¬†Mag sein, es gibt Nutten, die m√∂gen ihren Job, die tun das gerne, doch wenn¬†sie nicht spuren, wenn sie zu sehr ihren eigenen Kopf haben, dann war¬īs das. Wir sind da unangenehmer, wir w√ľrden n√§mlich nur auf einer partnerschaftlichen Basis mit einer Firma zusammenarbeiten. Darunter geht¬īs nicht. Und ich glaube auch nicht, dass wir mit einer Plattenfirma mehr CDs verkauft h√§tten als in Eigenregie. Die investieren nichts, schmei√üen dich ins Wasser und sagen sich, wenn er schwimmt, nehm ich ihn, wenn er abs√§uft, s√§uft er ab. Solche Spiele machen wir nicht mit.

  2. Wir sind Verk√§ufer. In der Jugend waren es die Drogen und¬†Sachen, die vom Laster gefallen sind, Markenuhren, Laptops etc., heute sind es die eigenen Cds. Wenn man jung ist und abgebrannt im Ghetto gro√ü wird und zusehen muss, wie man an die Kohle kommt, dann setzt man entweder haupts√§chlich auf¬†Raub und √úberf√§lle, oder¬†man entwickelt irgendwann ein gewisses Verkaufstalent und man nutzt seine Kontakte, denn es n√ľtzt ja nichts, wenn du den Stoff hast, aber nicht wei√ü,¬†wie an den Mann bringen. F√ľr die einen kannst du irgendwann fast alles besorgen, f√ľr die¬†anderen kannst du fast alles verkaufen. Man lernt unter dem Radar zu agieren. Dass das nicht mehr n√∂tig ist, daran haben wir uns noch nicht wirklich gew√∂hnt. Wir verkaufen unsere Musik an Banker und Manager, an Nutten und Zuh√§lter, an die Mutti mit ihrem Kind, an¬†den Rentner, an Rocker und Emos und auch an Offizielle. Einfach an jeden, der gut drauf ist. Unsere Schule war die Stra√üe, das lernt man nicht im Klassenzimmer. Wir h√§tten damals nie damit gerechnet, dass wir heute noch¬†leben und¬†nicht im Knast sitzen; der Herr muss unsere Herzen kennen. So gesehen haben wir schon auf der ganzen Linie gewonnen. Uns geht es gut.¬†Und uns wird es so Gott will weiterhin gut gehen.